Angststörungen erkennen: Anzeichen, Symptome und erste Schritte

Linda Weber
Psychologin
Du sorgst dich um eine nahestehende Person und fragst dich, ob hinter dem Verhalten eine Angststörung stecken könnte? Hier erfährst du, welche Anzeichen auf eine Angststörung hindeuten können und wie du als Angehörige:r unterstützen kannst.

Woran erkenne ich eine Angststörung?
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie zeigen sich oft nicht von heute auf morgen, sondern schleichen sich langsam ins Leben einer Person. Typische Signale sind Veränderungen im Verhalten, in der Stimmung und im körperlichen Befinden:
Die Person ...
- sagt Verabredungen häufiger ab, auch kurzfristig
- zieht sich zurück, selbst von Aktivitäten, die früher Freude bereitet haben
- versäumt Termine oder ist häufiger krankgeschrieben
- klagt über allgemeines Unwohlsein (z. B. Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel, Herzrasen)
- sucht vermehrt Ärzt:innen auf, ohne dass eine körperliche Ursache gefunden wird
- wirkt übermüdet oder zerstreut, klagt möglicherweise über Schlafstörungen
- hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
- erlebt Panikattacken
- bittet häufiger um Begleitung oder Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben (z. B. Einkaufen, Autofahren, öffentliche Verkehrsmittel)
- ruft oft an oder schreibt Nachrichten, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist
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Wichtig: Diese Veränderungen müssen nicht zwangsläufig auf eine Angststörung hinweisen. Manchmal steckt eine andere Erkrankung oder eine schwierige Lebensphase dahinter. Egal, was der Grund ist: Lass die Person spüren, dass sie nicht allein ist. Sprich sanft an, was dir auffällt, und zeig, dass du zuhörst, ohne zu drängen oder zu urteilen.
Möchtest du mehr über die verschiedenen Formen von Angststörungen erfahren? Hier gibt es einen Überblick: Was sind Angststörungen?
Was du als Angehörige:r tun kannst
Wenn du merkst, dass jemand leidet, kannst du aktiv werden:
- Gespräch suchen: Sprich ruhig und wertschätzend an, was du beobachtest. Mach klar, dass professionelle Hilfe kein Zeichen von Schwäche ist.
- Bei der Suche helfen: Biete an, bei der Therapieplatz-Suche zu unterstützen, zum Beispiel beim Recherchieren oder Telefonieren. Tipps dazu: Therapieplatz finden.
- Digitale Angebote kennen: Für die Überbrückung von Wartezeiten gibt es zugelassene Therapieprogramme auf Rezept. Mindable Health bietet Programme speziell für soziale Phobie, Agoraphobie und Panikstörungen.
Mehr darüber, wie du als Angehörige:r konkret unterstützen kannst, erfährst du hier: Diagnose Angststörung: 5 Tipps für Angehörige.
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Digitale Hilfe bei Angststörungen
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Fazit
Eine Angststörung zu erkennen ist nicht immer einfach. Die Veränderungen sind oft subtil und entwickeln sich langsam. Das Wichtigste: Nimm wahr, was du siehst, und zeig Mitgefühl ohne Druck. Wer das Gespräch sucht und offen für Unterstützung ist, kann für Betroffene einen echten Unterschied machen.
Quellen
- DIMDI (Deutsches Institut für medizinische Dokumentation), ICD-10 Version 1.0 (2013), Springer Verlag
- S3-Leitlinie „Angststörungen" der AWMF
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung.





