Startupbootcamp Experience

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Im Juni haben wir uns für das Startupbootcamp Digital Health in Berlin beworben, ein dreimonatiges Programm, das speziell für Digital Health Startups entwickelt wurde. Mit Hilfe zahlreicher Workshops, 150 Mentoren, Pitch-Trainings und Experten der Gesundheitsbranche konnten wir unser Geschäftsmodell verfeinern, die Mechanismen des Gesundheitssystems besser verstehen und einen Eindruck von den regulatorischen Anforderungen für Medizinprodukte gewinnen. Wir nutzten jede freie Minute, um unseren ersten Prototypen zu entwickeln und mit Psychotherapeuten, Psychiatern, Ärzten, Kliniken und Patienten zu sprechen, um unser Konzept zu validieren. Schnell haben wir gemerkt, dass wir an etwas Wichtigem dran sind.

Schauen wir uns diese Reise doch einmal genauer an.

Selection Days

Nach 500 Pitch-Decks und zahlreichen Telefoninterviews wählte das Startupbootcamp-Team 20 Startups für die nächste Runde aus, die Selection Days. Und wir waren eines von ihnen! Wir konnten es wirklich nicht glauben.

Zu dieser Zeit nahm Eddie gerade an einem Design Thinking Bootcamp von IBM in Austin, Texas teil— was bedeutete, dass ich alleine zu den Selection Days musste. Zu Anfang, war ich noch ziemlich nervös, doch als ich all die freundlichen Gesichter traf, war meine Aufregung auch recht schnell wieder vorbei.

Teil I: Pitching

Die Aufgabe bestand darin, unsere Idee vor dem Startupbootcamp (SBC)-Team und ihren Partnern zu präsentieren. Hierfür hatten wir gerade mal 60 Sekunden Zeit.

Zum Glück hatten wir mit SBC einen Vorbereitungstag, an dem wir unsere Pitches üben konnten. Und wie es oft der Fall ist, wenn man zum ersten Mal etwas macht… man scheitert kläglich. Doch dank einer grandiosen Übung von Mads, einem der SBC-Trainer, lernten wir schnell, wie wir unsere Pitches verbessern können.

Die Übung funktionierte wie folgt: Es standen sich immer jeweils zwei Startups gegenüber und mussten sich ihre Idee präsentieren. Danach sollte die zuhörende Partei das Gesagte mit eigenen Worten wiederholen. Es war schockierend und lustig zugleich zu hören, welche Assoziationen man in den Köpfen der Zuhörer hervorruft … und wie kurz 60 Sekunden wirklich sind. Nachdem wir diese Übung mit allen 19 Startups wiederholt hatten, konnten wir alle unsere Ideen mit weniger Worten klarer kommunizieren. Am nächsten Tag hatte niemand die gleiche Pitch wie am Vortag.

Teil II: Speed-Dating

Nachdem jedes Startup präsentiert hatte, hatten wir zwei volle Tage Interviews mit den SBC-Partnern Sanofi, Vilua, dem Berlinerer Institut für Gesundheitsforschung, Boehringer Ingelheim, der deutschen Apotheker- und Ärztebank und mehreren Expertenrunden. 9 Tische — jeweils 20 Minuten.

Teil III: Die Entscheidung

Am Ende von dritten Tages entschieden die Partner und SBC, welche Teams ab September beim dreimonatige Programm teilnehmen werden. Zehn Teams wurden ausgewählt. Zwei Teams hatten bereits vorab ein Ticket vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung.

Die 12 Teams waren: Bold Health, Nocture, AI4Medicine, Abaton Health, Computational Life, RAMP Medical, EyeMove, Cardiolyse, Goodsomnia, Oxipit, RacoonWorld und wir, Mindable Health.

Was für ein aufregender Moment!

Die große Entscheidung

Nachdem wir für die dritte Runde des Startupbootcamp Digital Health ausgewählt waren, lag eine große Entscheidung auf dem Tisch. Sollen wir IBM verlassen, um unseren Traum zu verfolgen oder die Teilnahme am Bootcamp absagen? Können wir drei Monate von IBM beurlaubt bekommen? Würden wir jemals wiederkommen? Sind wir zu früh im Prozess, um wirklich von diesem Accelerator zu profitieren? Haben wir genug Geld, um uns für eine Weile zu über Wasser zu halten?

Nach vielen Gesprächen mit Freunden und Familie entschieden wir uns schließlich dafür, es zu riskieren. Wir haben diese Entscheidung seitdem nicht bereut.

Woche 1: Kickoff & Geschäftsmodell

Am 1. September zogen wir nach Berlin. Das SBC-Team hatte eine komplette Etage im Co-Working Space Rent24 gebucht. Hier würden wir die nächsten drei Monate verbringen — Kaffee, Bier und Popcorn inklusive.

In der ersten Woche des Startupbootcamps ging es nicht nur darum, sich besser kennenzulernen, sondern auch darum unsere Geschäftsmodelle zu testen. Es war an der Zeit, das Business Model Canvas auszufüllen.

Obwohl wir diese Übung schon öfter gemacht hatten, erlebten wir sie zum ersten Mal als nützlich — dank dieses kleinen Tricks:

Sei spezifisch bei den Kundensegmenten

Anstatt ein Geschäftsmodell für Menschen mit Angstzuständen ganz allgemein zu erstellen, haben wir, zum Beispiel, unsere Kunden in folgende Bereiche unterteilt:

  • Erwachsene (18+) mit Angstzuständen (Selbstdiagnose), die aufgrund von Stigmatisierung oder Privatversicherung keinen Therapeuten aufsuchen möchten
  • Erwachsene (18+) mit Angstzuständen, die derzeit auf der Warteliste für einen Therapieplatz stehen
  • Erwachsene (18+) mit Angstzuständen, die sich bereits in Behandlung befinden

Dies führte uns zu drei völlig unterschiedlichen Geschäftsmodellen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Markteinführungsstrategien. Nun hatten wir die Basis, um zu entscheiden, welches Geschäftsmodell für uns am sinnvollsten ist.

Risikoannahmen

Wenn man über einen potenziellen Kunden oder Benutzer nachdenkt, gibt es immer Dinge, die man weiß und Dinge, die man vermutet. Leider vergessen die Meisten ihre Annahmen zu testen und scheitern dann, wenn es schon zu spät ist. Bei IBM haben wir immer nach dem Motto gelebt:

Fail fast, fail cheap!

Überprüfe deine Annahmen und beginne mit denjenigen, die für dein Unternehmen am fatalsten wären, wenn sie sich als falsch herausstellen. Für uns galt es herauszufinden, ob unser Hauptunterscheidungsmerkmal, der Sprach-Companion, tatsächlich einen Mehrwert für unsere Benutzer darstellt. Deswegen haben wir beschlossen, zuerst den Companion zu entwickeln, um diese Annahme zu testen.

Woche 2: Mentor Matching

In der zweiten Woche trafen wir rund 65 Mentoren in Form einer dreitägigen Speed-Dating-Veranstaltung, bei der jeweils 2–3 Mentoren an einem Tisch saßen. Alle 15 Minuten wechselten wir von einem Tisch zum anderen. Allein das Feedback und die vielen Fragen haben uns schon geholfen, unseren größten Risikofaktor zu erkennen: unsere Abhängigkeit von Drittanbieterhardware. Als Eddie die Idee für eine Alternative hatte, testeten wir sie sofort beim nächsten Mentoren-Matching Tag. Plötzlich war das Feedback viel positiver und bestätigte, dass unser Pivot ein guter war.

Dies ist eines von vielen Beispielen dafür welchen Einfluss die Mentoren auf unseren Erfolg hatten. Sie haben wirklich alles versucht, um uns zu helfen. Zum Beispiel arrangierte Dr. Philipp Stachwitz direkt nach unserem ersten Treffen ein Gespräch mit einer Psychiaterin aus seinem eigenen Bekanntenkreis. Die Psychiaterin war wiederum so begeistert von unserem Produkt, dass sie ebenfalls ihr persönliches Netzwerk nutzte und uns Mazda Adli, den Leiter der Fliedner Klinik (private Psychiatrie), vorstellte.

Am Ende hatten wir 15 Mentoren, die während der 3 Monate eng mit uns zusammen gearbeiteten und es weiterhin tun. Einige trafen sich sogar wöchentlich mit uns.

Woche 3: Partner Matching

Diesmal trafen wir uns mit den SBC-Partnern. Zuerst haben wir (diesmal mit Slides) gepitcht. Dann gab es, ähnlich wie beim Mentor-Matching, 40-minütige Gesprächen mit den Partnern.

Woche 4: Regulierungen und Erstattung durch die Krankenkasse

In der vierten Woche ging es um Vorschriften für medizinische Geräte, um klinische Studien und um die Rückerstattung durch die Krankenversicherung.

Zuerst hatten wir einen Workshop über die verschiedenen CE-Klassen und zusätzliche Anforderungen, die mit der neuen Medizinprodukteverordnung (MDR) ab 2020 verbunden sind. Es ist sehr wichtig, herauszufinden, welche Bestimmungen für einen gelten und welche nicht. Das definiert, wie viel zusätzliches Geld man braucht (CE ist nicht so günstig), ob man von einer benannten Stelle wie dem TÜV geprüft werden muss und wie viel Zeit man in seinem Projektplan für CE einplanen muss. Doch — wie es häufig bei Vorschriften und Gesetzen der Fall ist — lautet die häufigste Antwort: “Es kommt darauf an”.

Glücklicherweise wurden ein paar Startups von uns eingeladen, vor dem Johner Institut, einer Organisation für die Zertifizierung von Medizinprodukten, zu präsentieren. Anschließend gab Dr. Johner seine persönliche Einschätzung darüber ab, in welche CE-Klasse man vermutlich hineinfällt.

Am Ende der Woche veranstaltete Jonas Pendzialek von der Techniker Krankenkasse, der ebenfalls Mentor ist, einen Workshop, um die Perspektive der Krankenversicherungen zu erläutern. Er erklärte, dass die CE-Zertifizierung und die Produktvalidierung die Mindestanforderungen für die Versicherung sind, damit das eigene Produkt überhaupt in Betracht gezogen wird. Doch am Ende des Tages ist entscheidend, ob man nachweisen kann, dass das eigene Produkt die Kosten für die Versicherungen senkt. Nur ein bisschen besser als der heutige Standard zu sein, reicht nicht aus.

Nach vielen weiteren Workshops endete die Woche mit einem weiteren Mentor Matching Tag und dem ersten Pitch Slam. Glückwunsch an Computational Life zum Gewinn des Wettbewerbs.

Woche 5: Produktionswoche

Designen & Programmieren

In der fünften Woche hatten wir keine Workshops und konnten die Zeit für die Produktentwicklung nutzen. Eddie hat sich riesig gefreut, wieder einmal Code schreiben zu können. In der Zwischenzeit habe ich die visuelle Gestaltung der App neu definiert und jeden Screen neu gestaltet.

Rebranding

Da wir mit der Zeit immer bekannter wurden, war es auch an der Zeit, einen neuen Firmennamen zu finden. Leider war unser früherer Name MindMe bereits geschützt. Die Bilder vermitteln vielleicht bereits einen Eindruck, wie lange es dauerte, bis wir endlich einen neuen Namen gefunden haben.

Woche 6: Pitching & Mingling

Pitching, Pitching und noch mehr Pitching

In der sechsten Woche hatten wir unsere ersten Einzeltrainings mit unserer persönlichen Pitch-Trainerin Bianca. Sie ist wirklich beeindruckend. Sie redet viel zu schnell und mischt ständig Englisch und Deutsch — was wirklich witzig ist -, aber ihre Fähigkeit, das Wesentliche zu erfassen, ist erstaunlich. Sie hat unser Alleinstellungsmerkmal sofort verstanden und unsere gesamte Pitch neu organisiert. Mit ihrer Hilfe wurde es sooo viel besser. Ab Woche 6 hatten wir wöchentliche Sitzungen mit Bianca.

Apo Dinner

Die Apo Bank finanziert fast jede Arztpraxis oder Klinik in Deutschland. In diesem Jahr haben sie ein neues Format ausprobiert, um Angehörige der Gesundheitsberufe mit Startups zu verbinden: Ein Speed-Dating-Dinner. Zwischen den einzelnen Kursen mussten Sie die Tabelle wechseln. Es war ein großartiges Format, um sich zu treffen und zu diskutieren. Dank unserer Mentorin Jessica Hanneken konnten AI4Medicine und wir teilnehmen.

Woche 7: Arbeit mit Mentoren

In Woche 7 hatten wir nicht so viele Workshops. Wir arbeiteten also weiter an unserem ersten Prototyp von unserem Sprach-Companion Nya, führten ein paar Anwendertests durch und intensivierten den Kontakt mit unseren Mentoren. Sie haben uns mit der Ausarbeitung von Materialien für Investoren, unserem Finanzplan und unserem Geschäftsmodell unterstützt. Darüber hinaus haben wir ein Studienprotokoll für unsere klinische Studie erstellt, die für unsere Planung der erforderlichen Finanzierung entscheidend war. Fazit: Studien sind echt teuer.

Woche 8: Feedback von Psychologen & Pitch Slam

Feedback von Kliniken und Psychologen

In der achten Woche trafen wir uns mit Mazda Aldi von der Fliedner Klinik und einer Verhaltenstherapeutin. Ziel war es herauszufinden, ob Experten für psychische Gesundheit unsere App weiterempfehlen möchten. Die Ergebnisse waren positiver als erwartet. Es scheint, dass unser Produkt sowohl aus Sicht von Kliniken, als auch von niedergelassenen Psychotherapeuten gut wahrgenommen wird.

Pitch Slam №2

Es war wieder Zeit, das Pitchen zu üben. Dieses Mal hatten wir auch drei echte Investoren im Publikum. Jeder erhielt Spielgeld im Wert von 200 Euro. Die Investoren bekamen 400€. Nachdem jedes Startup 5 Minuten lang präsentiert hatte, mussten alle entscheiden, in welches Startup sie am ehesten investieren würden.
Dieses Mal hatten wir uns entschlossen, zum guten alten Storytelling zurückzukehren, das wir von IBM kannten. Und es hat funktioniert. Wir haben den Pitch Slam gewonnen und ein Buch über Fundraising erhalten. Nochmals vielen Dank, dass ihr in uns “investiert” habt ;).

Woche 9: Zürich, Berlin und Bremen

Digital Health Day — Zürich

Woche 9 war eine intensive Reisewoche. Am Montag flogen alle Teams nach Zürich, um am Digital Health Day zu präsentieren. Wieder hatten wir nur 60 Sekunden Zeit, um das Publikum zu überzeugen. So wenig Zeit, so viele Dinge, die man sagen will. Alles in allem war es eine gute Gelegenheit, das Schweizer Gesundheitssystem kennenzulernen.

Erste Schritte auf dem Weg zu einer strategischen Partnerschaft

Am Freitag fuhren wir nach Bremen, um Dr. Thomas Lang, Leiter von fünf psychiatrischen Ambulanzen der Christoph-Dornier-Stiftung für Klinische Psychologie und Autor der Therapierichtlinien, auf denen unser Konzept beruht, zu treffen. Am Ende entschied er sich dafür, unser strategischer Partner zu werden. Ein wichtiger Meilenstein wurde erreicht! 🙂

Woche 10: Future Medicine , Term Sheet Battle, Pitch Training, Angels-Bootcamp

Future Medicine— Science Match

Am 7. November hatten rund 80 Forscher und Startups die Gelegenheit, ihre aktuelle Forschung / ihr Projekt auf der Future Medicine, einer Veranstaltung des deutschen Tagesspiegels, vorzustellen. Unter den Vortragenden war so gut wie alles vertreten, von Genetikforschern bis zu Start-ups wie uns. Alle hatten ein gemeinsames Ziel: Innovation in die Gesundheitsversorgung zu bringen. Jeder hatte nur drei Minuten Zeit, um zu präsentieren, was erstaunlich gut funktionierte — selbst bei den komplexesten Themen. Nach jeder Einheit hatten die ca. 500 Gäste die Gelegenheit, mit den Referenten in einem abgetrennten “Meet the Speakers”-Bereich zu sprechen.

Term Sheet Battle

Bei der Gründung eines Unternehmens sind die rechtlichen Teile immer die schwierigsten. SBC hat sich daher entschlossen, uns und anderen Start-ups zu zeigen, wie man mit einem Investor verhandelt — live auf der Bühne. Lars Buch von SBC vertrat den Risikokapitalfond (Venture Capital). Naveen Prasad, Gründer und Mentor, spielte die Rolle des Startup-Geschäftsführeres. Robin Eyben, Venture Capital-Anwalt bei Osborne Clark, vertrat Naveen als seinen Kunden. Und wir hatten die Gelegenheit die Verhandlung über das Term Sheet (einen Vertrag zwischen dem Investor und dem Startup) live mitzuverfolgen. Beeindruckend. Wir haben extrem viel gelernt. Ich wünschte, es gäbe mehr solcher Veranstaltungen!

Angels-Bootcamp

Zunächst organisierte SBC einen zweitägigen Workshop für Leute, die Angel Investors werden möchten. So genannte “Angel” sind Menschen, die ihr eigenes Geld in ein Startup investieren, während “Venture Capitalists” das Geld aus einem Risikokapitalfonds investieren.

Am Samstag kamen wir ins Spiel. Nachdem wir vor den Angelinvestoren pitchten, suchten sie die dann zwei Teams für ein Folge-Interview aus. Die Gewinner waren: Nocturne und Mindable Health. 🙂 Danach beschlossen drei Angel, tatsächlich in uns zu investieren. Was ein stolzer Moment!

Woche 11: KBV & Frontiers Health

Die Woche begann mit einigen Workshops zu B2B-Marketing, B2B-Vertrieb und multikulturellem Management.

Krankenkassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Dank des Netzwerks unseres Mentors hatten wir die Gelegenheit, uns mit der Krankenkassenärtzlichen Bundesvereinigung zusammenzusetzen und unsere Lösung vorzustellen. Sie gaben uns hilfreiche und konkrete Tipps, wie wir unsere Lösung in das Erstattungssystem integrieren können.

Frontiers Health

Am Donnerstag und Freitag waren wir dann alle bei Frontiers Health, einer der größten Digital Health Konferenzen in Deutschland. Ich wollte da schon seit Jahren hin. Und dieses Jahr bekamen wir sogar die Gelegenheit im Rahmen des Investor Preview zu vorzutragen, eine Session in der NUR Investoren zugelassen waren. Nach dieser Veranstaltung kamen mehrere Investoren auf uns zu, woraus sich einige Folgegesprächen ergaben.

Woche 12: Noch eine Woche

Unsere Bootcamp-Reise war kurz vor dem Ende. In der letzten Woche bekamen wir von Berlin Partners noch eine großartige Zusammenfassung aller öffentlichen Förderprogramme mit. Der Rest der Woche stand dann ganz im Zeichen der Vorbereitung auf den Demo Day! Es hieß also üben, üben, üben.

Woche 13: Demo Day

Und da war es plötzlich: das Ende, das große Finale. Zeit sich zu beweisen.

Alle möglichen Leute kamen, um die Show zu sehen: Investoren, Mentoren, Ärzte, Partner, Freunde und Familie. 350 Menschen insgesamt.

Doch wie in jedem guten Film muss es erst eine Katastrophe geben, bevor das gute Ende kommen kann. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum in unserem Testlauf absolut alles schief lief. Der Beamer machte alles gelb, unsere Videos konnten nicht auf den Computern des Tech-Teams abgespielt werden und der Sound funktionierte überhaupt nicht. Panik! Noch in der letzten Minute, als die Gäste bereits ankamen, ist es uns gelungen, das Problem zu beheben. Puh!

Der Demo Day wurde von Lars eröffnet. Er lud alle ein, mit Kindes-Augen zu sehen, offen und neugierig, und brachte dem Publikum eine wichtige Lektion bei. In der Gesundheitsfürsorge sind die Unterschiede zwischen der ersten und der dritten Welt nicht so groß, wie wir es immer glauben.

Nach einer inspirierenden Rede von Gottfried Ludewig vom Bundesministerium für Gesundheit konnten die Pitches beginnen.
Jedes Startup wurde von ihrem Haupt-Mentor vorgestellt, der/die dem Publikum innerhalb von 1 Minute erzählte, wie er/sie das Team in den letzten 3 Monaten erlebt hatte.

Unser Haupt-Mentor war Dr. med. Philipp Stachwitz, Anästhesist, Schmerzspezialist und großer Fan von Mindable. Jeden Tag sieht er Angstpatienten in seiner Praxis und glaubt an das Potential der Digitalisierung um den Patienten zu helfen, sich selbst zu helfen. Seine Rede hat mich so berührt, dass ich total vergessen hatte, nervös zu sein.

Eingeführt durch den Song “I do’t care” von Icona Pop, ging ich auf die Bühne und erzählte allen stolz von Mindable. Es fühlte sich gut an!!! 🙂

Schau dir das Video unten an, um die gesamte Pitch zu sehen.

Später, in der zweiten Hälfte der Pitches, passierte etwas Magisches. Helene von RAMP Medical befand sich mitten auf ihrem Platz, als sich plötzlich ein violetter Diamant auf dem Bildschirm bildete. Während einige dachten, es sei ein Teil ihrer Präsentation, wussten andere, dass hier gleich etwas passieren würde. Am Ende erfuhren wir, dass der Beamer zu brennen begonnen hat. Eine Ereignis, dass selbst die Techniker nur aus Erzählungen kannten.

Zum Glück machte der Beamer noch bis zum Schluss mit ohne zu explodieren und wir konnten auf der After-Party bei jeder Menge Wein, Bier und Cocktails feiern.

Die drei Monate vergingen so schnell. Wir konnten nicht glauben, dass dies schon das Ende war.

Unser Fazit

Wir hatten unglaubliche drei Monate mit unglaublicher Unterstützung von SBC, den anderen Teams und unseren Mentoren! Wir hatten Workshops zu Regulierungen, Marketing, Verkauf, Fundraising, Geschäftsmodellen und bekamen unzählige Möglichkeiten, unsere Idee zu präsentieren und das pitchen zu üben (obwohl ich immer noch auf den Tag warte, an dem meine Nerven nicht mehr blank liegen, wenn ich präsentieren muss).

Um dir einen Eindruck zu vermitteln, wie intensiv das Programm war… so sah unser Kalender aus:

Jetzt sind wir wieder in Stuttgart. Obwohl wir jetzt mehr Zeit für die Produktentwicklung haben, vermissen wir die Geschwindigkeit, den Erfahrungsaustausch, und all diese großartigen und inspirierenden Menschen, die diese drei Monate so toll gemacht haben.

Danke euch allen! Ihr habt einen großen Unterschied gemacht!


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